Windkanal
Das Blockflöten-Fachmagazin

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Deutsche Griffweise – Barocke Griffweise?

Die meisten Schulblockflöten werden nach wie vor in beiden Griffweisen angeboten, so dass beim Kauf eine Entscheidung für die eine oder andere Griffweise ansteht.

Der Grund dafür liegt in der Wiederentdeckung der Blockflöte in den 1920er Jahren. Damals wurde neben der historischen barocken Griffweise die Deutsche Griffweise von Peter Harlan erfunden. Letztere empfanden viele Pädagogen als einfacher und besser geeignet für den musikalischen Einstieg, weil damit Gabelgriffe in der Grundskala vermieden werden. Bis heute gehen in diesem Punkt die Meinungen auseinander. Tatsache ist, dass sich mancherorts nach wie vor LehrerInnen für den Einstieg mit Deutscher Griffweise entscheiden.

Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal ist der Ton F (Sopranblockflöte), der bei der deutschen Griffweise zunächst einfacher zu greifen ist (gegenüber dem Gabelgriff der barocken Griffweise, s. u.). Doch muss bedacht werden, dass diese Vereinfachung unter Umständen mit Intonationsmängeln erkauft wird, sobald man die Stammtonleiter des Instrumentes verlässt: Bei den Tönen Fis und Gis werden komplizierte Griffe notwendig, um eine saubere Intonation zu erreichen.

Moderne Blockflötenschulen haben deshalb ihre Methodik auf die barocke Griffweise ausgerichtet, die – bei entsprechender Vermittlung – auch für jüngere Schüler nicht schwieriger zu erlernen ist.

Ein häufiger Irrtum

Oft werden die Doppellöcher C/Cis und D/Dis (Sopranblockflöte) als Kennzeichen der barocken Griffweise angesehen. Die Doppellöcher sind aber bei beiden Griffweisen möglich.

Die barocke Griffweise erkennt man leicht an dem im Vergleich zur deutschen Griffweise größeren Tonloch für den Ton F (Sopranblockflöte) bzw. B (Altblockflöte).

 

Warum soll man Blockflöten ölen?

Der Korpus einer Holzblockflöte muss gegen die kondensierende Feuchtigkeit der Atemluft, Witterungseinflüsse und gegen Schmutz geschützt werden. Durch das Ölen bleiben Klang und Ansprache in voller Schönheit erhalten; anderenfalls altert das Holz zu schnell und verändert seine Maße beim Quellen und Trocknen. Ferner weisen Instrumente mit einer zu trockenen Innenbohrung eine leicht tiefere Grundstimmung auf.
Sie können eigentlich jedes nicht zu dickflüssige Pflanzenöl verwenden. Reines süßes Mandelöl, Leinöl oder das preisgünstige Erdnussöl (letzteres kann allerdings bei empfindlichen Personen ggf. Allergien auslösen.) Solche Öle können allerdings vorzeitig aushärten und ranzig werden. Aus diesem Grund empfiehlt sich das im Fachhandel erhältliche Blockflötenöl – eine stabilisierte Leinölfirnis die das Öl schneller einziehen lässt.

Die Häufigkeit des Ölens hängt von der Spielbelastung und Umwelteinflüssen ab. Die Imprägnierung verbraucht sich im Bereich der Holzoberflächen im Laufe der Zeit durch die beim Spielen im Instrument auftretende Atemfeuchtigkeit und durch trockene Raumluft (vor allem im Winter). In der Regel sollte man 3–4 Mal im Jahr maßvoll ölen. Beginnt das Holz grau und spröde zu werden, benötigt es Öl.
Es gibt allerdings eine Ausnahme: Windkanaloberbahn und Block müssen die entstehende Kondensfeuchtigkeit aus dem Windkanal abtransportieren können. Dieser Abtransport sollte in einem dünnen (Wasser-) Film geschehen. Wenn Windkanal und Block jedoch fettige oder ölige Oberflächen haben, bilden sich Wassertropfen, welche die Tonbildung behindern (Heiserkeit!). Deshalb dürfen Block und Windkanal nicht geölt werden!

Weiterführendes zum Thema finden sie in unserem Beitrag Ölen – genau erklärt.

Wie kann ich meine Blockflöte ölen?

Geölt werden alle unlackierten Holzoberflächen des Instruments – außer Block und Windkanal. Letzere dürfen auf keinen Fall geölt werden, da sonst die kondensierende Atemfeuchtigkeit nicht in einen dünnen Film aus dem Windkanal abfließen kann. Die Innenbohrung und die Tonlöcher sollten, wenn sie nicht vom Hersteller lackiert wurden, regelmäßig geölt werden.

Weiterführendes zum Thema finden sie in unsere YouTube Video.

Wie oft ölt man eine Blockflöte?

Das hängt von der Intensität der Benutzung und von Umwelteinflüssen ab. In der Regel sollte man 3–4 Mal maßvoll im Jahr ölen. Beginnt das Holz grau und spröde zu werden, benötigt es pflegendes Öl.

Weiterführendes zum Thema finden sie in unsere YouTube Video.

Mit welchem Öl pflegt man eine Blockflöte?

Grundsätzlich muss man zwei Arten von Ölen unterscheiden.
– mineralische Öle, die aus Erdöl gewonnen werden
(verwendet für Metallteile in der Klappenpflege)
– pflanzliche Öle
sollten vorzugsweise für den Instrumentenkorpus aus Holz verwendet werden.

Die pflanzlichen Öle:

Die pflanzlichen Öle härten in den Holzporen der Innenbohrung des Instrumentes aus. So wird die Schallreflexion im Instrument deutlich verbessert. Je schneller das Öl trocknet, desto schneller kann das Instrument wieder genutzt werden. Es besteht zwar keine Gefahr, dass man das ölfeuchte Instrument durch Anspielen beschädigt, aber die Verpackung könnte durch das noch flüssige Öl unschöne Flecken bekommen. Die Zeit der Aushärtung ist von Öl zu Öl verschieden und hängt auch von der Holzart der Flöte ab. Manchen Ölen sind auch Trockenstoffe beigemengt, die aber zu allergischen Reaktionen führen können. Daher sind reine Öle vorzuziehen. Besonders im Schnabelbereich, den wir ja als Blockflötenspieler ständig im Mund haben.

Es können beispielsweise verwendet werden: Leinöl, süßes Mandelöl, Tungoil.

Leinöl wird aus der Saat des Flachses – dem Leinsamen – gewonnen, und zählt zu den trocknenden Ölen. Es enthält viele hoch ungesättigte Fettsäuren, die mit dem Luftsauerstoff reagieren und das Öl fest werden lassen. Erste Regel beim Umgang mit Leinöl ist: Alle benutzten Wischer und Lappen in ein kleines Glas mit Schraubdeckel geben, und nach dem Gebrauch fest verschließen, damit kein Sauerstoff an die Teile kommt! Denn mit Öl-Lappen ist Vorsicht geboten – Selbstentzündungsgefahr!!! Herstellerangaben und allgemeine Vorgehensweise unbedingt beachten!
Wischer und Lappen, die luftdicht aufbewahrt wurden,  können für die nächste Pflegeaktion wieder verwendet werden.

Süßes Mandelöl: Dieses Öl ist dünnflüssiger und trocknet wesentlich langsamer, ist aber fast geruchsfrei und wird daher gerne von "feinen Nasen" verwendet. Es neigt auch wesentlich weniger zur Selbstentzündung als Leinöl. Allerdings härtet es im Vergleich zum Leinöl kaum aus und ist damit weniger beständig.

Mit welchem Öl pflegt man Klappen?

Zur Pflege – Erhaltung der Leichtgängigkeit – von Klappen verwendet man mineralische Öle. Diese härten nicht aus. Verwendete man für eine Klappe pflanzliches Öl, würde nach dem Aushärten des Öls die Klappe absolut fest kleben!


"Klappenöle": Sie bestehen aus raffiniertem Erdöl und sind vergleichbar mit dem gängigen "Fahrrad-Öl" oder "Nähmaschinen-Öl". Die Klappenöle sind von ihrer Viskosität (Zähflüssigkeit) so beschaffen, dass sie dickflüssig genug sind, um die Klappen gut zu schmieren, jedoch auch genügend dünnflüssig, um die Klappen leicht laufen zu lassen.

Wichtig: Das Klappenöl muss sparsam verwendet werden, da sonst das Öl auf das Holz des Korpus oder in die Klappenpolster läuft und deren Oberfläche beschädigt.
Sie erhalten im Musikfachhandel hervorragend geeignete Öle zur Pflege der Klappen. Das Öl sollte nicht zu dünnflüssig sein, da es sonst nur kurzfristig wirkt. Mollenhauer empfiehlt das "Mechaniköl für Holzblasinstrumente" der Firma Kreul.

Woraus besteht der Block einer Blockflöte?

Aus Zedernholz. Es wächst in Kenia und Florida, ist beige oder rötlich und quillt relativ wenig, wenn es Wasser aufnimmt. Diese Eigenschaft ist wichtig, damit sich der Windkanal so wenig wie möglich in seinen Maßen verändert. Literatur: Der Block von Bernhard Mollenhauer.

Der Block wird von oben in das Kopfstück der Blockflöte eingesetzt und besteht aus dem Blockkörper und der Blockbahn. Die Blockbahn muss eine glatte, saubere Oberfläche aufweisen, damit die Blasluft nicht ungünstig verwirbelt wird.

Neben dem traditionellen Zedernholz wird von Mollenhauer heute ein neuer Werkstoff verwendet: Synpor, ein synthetisches und holzähnliches Material, das sich durch Saugfähigkeit und gleichzeitiger Quellstabilität auszeichnet. Dieser Werkstoff findet vor allem in Instrumenten Verwendung, welche beim Spielen besonderen Belastungen unterliegen – standardmäßig wird Synpor bei der Modernen Sopran- und Altblockflöte sowie den Modellen Helder Alt- und Tenorblockflöte eingesetzt.

Heiserkeit – ein Problem bei Blockflöten

Es gibt zwei oft miteinander auftretende Hauptursachen von Heiserkeit bei Blockflöten: Die eine wird durch störende Tröpfchenbildung im Windkanal verursacht, die andere durch das Verquellen des Blocks. In beiden Fällen werden die aufeinander abgestimmten Maßverhältnisse im Windkanal verkleinert und damit aus dem Lot gebracht.

Heiserkeit durch kondensierte Atemfeuchte:

Wann kann sie auftreten?

Sie kann bei neuen oder kalten Instrumenten auftreten. Durch das so genannte "Einspielen" neu gekaufter Blockflöten wird das Holz an den neuen Verwendungszweck gewöhnt. Kalte Instrumente sollte man stets anwärmen.

Warum tritt sie auf?

Es sind in den oberen Holzschichten des Windkanals noch holzeigene Inhaltsstoffe (z. B. Wachse und Öle), die sich beim Einspielen der Blockflöte in den ersten Tagen herausspielen. Kondensierende Atemfeuchtigkeit kann sich an diesen Rückständen ansetzen, bildet kleine Tröpfchen im Windkanal und behindert so den Luftstrom.

Abhilfe – wie?

Aus dem eben genannten Grund sollte der Einspielprozess in kurzen Etappen erfolgen. Ausnahmsweise kann man sich bei Bedarf mit Anti-Kondens über die ersten Tage hinweghelfen. Nach den ersten 3 Wochen sollte eine Störung durch Wassertröpfchen aber abnehmen. Hält die Störung trotz des Einspielens dauerhaft an, kann die die Flöte zum Nachregulieren in die Blockflötenklinik geschickt werden. Es ist immer vorteilhaft das Instrument vor dem Spielen anzuwärmen. Insbesondere der Flötenkopf muss vor dem Spiel auf Körpertemperatur gebracht werden. Das verhindert die Kondensation der Atemfeuchte im Windkanal – vorausgesetzt die Raumtemperatur ist nicht zu niedrig.

Heiserkeit durch Verquellen des Blocks:

Wann kann Sie auftreten?

Bei neuen Instrumenten, wenn der Block aus Zedernholz bei übermäßiger Belastung durch die Atemfeuchte zu stark aufquillt und nicht in sein Ausgangsmaß zurückgeht. Bei Instrumenten, die längere Zeit nicht gespielt wurden und einen eingetrockneten Block aufweisen.

Warum tritt sie auf?

Beim Einspielen von Blockflöten nimmt der Zedernblock etwas von der Atemfeuchte auf. Dadurch quillt er unter Umständen etwas. Diese Maßveränderung wird von den Instrumentenbauern bereits beim Intonieren berücksichtigt. Sollte ein Block stärker quellen als erwartet, verändert sich der Klang des Instrumentes nachteilig. Es wird dünn und plärrig, die tiefen und hohen Töne sprechen nicht mehr gut an.

Abhilfe – wie?

Wenn bei einer Blockflöte der Block zu stark aufgequollen ist, hilft kein Antikondens. Das Instrument muss in der Blockflötenklinik nachgearbeitet werden. Bei Mollenhauer gibt es diesen Service bei Neuinstrumenten 2 Jahre lang kostenfrei.

Das Daumenloch ist sehr abgenutzt.

Wenn das Daumenloch sehr stark abgenutzt ist, können bei der Blockflöte Fehler in Stimmung und Ansprache auftreten – vor allem in der hohen Lage. Am besten Sie lassen Sich in unserer Blockflötenklinik eine Daumenlochbuchse einsetzen (siehe Bilder).

               Vorher                   Nachher

Edelholz – was ist das?

Nur bestimmte Hölzer eignen sich zum Bau von Blockflöten. Kriterien sind ein regelmäßiger Wuchs, ein geeignetes spezifisches Gewicht, Stämme von ausreichendem Durchmesser, gut abgelagertes und rissfreies Material mit möglichst wenigen Astlöchern und dimensionsstabilem Verhalten unter den beim Musizieren zu erwartenden äußeren Einflüssen. 

Hölzer, die für den Bau von Blockflöten verwendet werden, sollen:

• den Klang gut reflektieren (dichte Oberfläche)

• quell- und schwindstabil sein

• keine allergischen Reaktionen verursachen

• die Ästhetik des Instrumentes unterstützen

• und wegen der ökologischen Verantwortung nicht aus Raubbau stammen

 

Alle Hölzer also, welche die oben genannten Anforderungen erfüllen, kommen für den Blockflötenbau in Frage. Die weit verbreitete Meinung, dass nur Hölzer aus Übersee (Grenadill, Palisander, etc.) zu den Edelhölzern gehören, muss jedoch korrigiert werden.
Zu den einheimischen Edelhölzern gehören: Europäischer Buchsbaum, Pflaume, Birne und Ahorn.

Holzübersicht

Welchen Einfluss hat das Holz auf den Klang?

Holz hat je nach Art eine individuelle Struktur:
Im traditionellem Holzblasinstrumentenbau werden nicht nur einheimische Edelhölzer verarbeitet; auch in alter Zeit wurde schon Holz aus den Tropen und der Savanne importiert und verarbeitet. Diese verschiedenen Holzarten unterscheiden sich in ihrer Dichte, Härte und Struktur sowie natürlich in Farbe und Maserung. Durch diese Komponenten ergeben sich von Holz zu Holz leicht unterschiedliche Oberflächen.


Diese Unterschiede verändern:

  • die Fließturbulenzen der Luftstrohms im Windkanal

  • die Reflexion der Schallwellen in der Blockflöte und so letztlich den Klang.

Als Grundregel gilt:
Ein hartes Holz klingt härter und obertonreicher, der dadurch brillantere Klang ist jedoch weniger flexibel.
Ein weiches Holz klingt weicher, grundtöniger und mischfähiger, der Klang aber im Ganzen modulationsfähiger.
Für das Ensemblespiel, aber z. B. auch für eine modulationsfähige angenehme Höhe empfiehlt sich also eher ein weicheres Holz – für den solistischen Einsatz, vor allem im Ensemble mit anderen modernen Instrumenten ein härteres Holz mit kräftigem, obertonreichem Klang.

Weitere Infos unter Holzarten

Was beeinflusst den Ton?

Zwei grundlegende Faktoren beeinflussen den Blockflötenton: Die spieltechnischen Fähigkeiten des Musizierenden sowie Art, Güte und Zustand des verwendeten Instruments.

Die Atemtechnik

Obwohl im Gegensatz zu anderen Blasinstrumenten bei einer Blockflöte weniger von einem "Ansatz" gesprochen wird, entscheidet die Art und Weise, wie der Luftstrom ins Instrument gelangt, die Tonqualität. Entscheidend ist dabei der Mundinnenraum, welcher wie ein dosierendes Ventil funktioniert. Sein Volumen ist zwar durch den harten Gaumen beschränkt, kann jedoch durch muskuläre Aktionen beeinflusst werden. Sie steuern Form, Stellung und Position der Zunge, die Stellung des Kehlkopfes und des Unterkiefers sowie die Spannung und Form der Lippenpartie. Je nach veränderter Form des Mundinnenraums gestalten sich für den Luftstrom unterschiedliche Wege, werden verschiedene Reibungen, Luftdrücke und Luftbündelungen erzeugt. Dies kann unbewusst den Ton positiv oder negativ beeinflussen. Bei versierten Spielern kommen solche tongestalterischen Möglichkeiten gezielt zum Einsatz. Ebenso wie die Ansprache in den verschiedenen Registern, werden Rauschanteil oder Klarheit des Blockflötentons entscheidend mitgesteuert und können musikalisch vorteilhaft eingesetzt werden. Diese Art eines flexiblen Ansatzes muss – je nach verwendetem Blockflötenmodell – durch eine stabile Luftsäule unterstützt werden. Hier sprechen moderne Holzbläser oft von der sogenannten "Stütze". Auch für ein klangvolles Blockflötenspiel ist eine durch die Bauch- und Flankenmuskulatur stabilisierte Atemführung unverzichtbar. 

Das Instrument

Die Blockflöte ist ein Klangfarbeninstrument mit einer langen Baugeschichte und kommt daher in verschiedenen Modellen auf den Markt. Je nach Anspruch und Einsatzgebiet gibt es Schulinstrumente, Kopien historischer Vorbilder sowie moderne Blockflöten. Beinahe alle werden in Familien, also verschiedenen Stimmlagen und Größen gebaut. Es ist demnach sinnvoll, für das jeweilige musikalische Einsatzgebiet die am besten geeignete Blockflötenart zu wählen. Je nach Modell verschieden ist die charakteristische Bauweise der Blockflöte. Jedes Modell hat seine Stärken in anderen Bereichen: Eine Renaissance-Consortblockflöte hat einen runden, mischfähigen Klang und eignet sich gut fürs Zusammenspiel. Ein Barockmodell ist solistisch ausgelegt und hat einen klaren, hellen Klang. Moderne Blockflöten sind kraftvolle, klangstabile und modulationsfähige Instrumente mit erweitertem Tonumfang und eignen sich gut fürs Zusammenspiel mit anderen modernen Instrumenten. Schulblockflöten haben einen neutralen Klang und sind somit ideale Instrumente für die Ausbildung einer persönlichen Klangtechnik. Nur ein gut gepflegtes Instrument ist ein zuverlässiger Partner für die optimale Tonbildung und kann dann seine charakteristischen Eigenschaften voll zur Geltung bringen.

Wann kann eine Blockflöte Risse bekommen?

Holz ist ein natürlich und stets individuell gewachsener Werkstoff, welcher im Lauf der Zeit inneren und äußeren Einflüssen unterliegt. Somit verbleibt Holz niemals vollständig formstabil. Im 10tel Millimeterbereich dehnt es sich aus und schrumpft im periodischem Zyklus ein Leben lang. Diesen natürlichen Prozess versucht der Holzblasinstrumentenmacher mit zu berücksichtigen, indem er mit Toleranzwerten arbeitet und verschiedene Imprägnierungsverfahren verwendet. Ebenso sollte der Spieler eines Instruments durch umsichtiges Spielen, gute Pflege und in Bedacht der zyklischen Witterungsschwankungen einen positiven Einfluss nehmen. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann niemals vorausgesehen werden, wie sich Hölzer verändern – im Positivem und manchmal auch im Negativen. Im ungünstigsten Fall kann es zu Haarrissen und offenen Rissen kommen.

Gründe dafür können sein:

  • Zapfenkorken können an den Verbindungsstellen durch das "arbeitende" Holz zu stramm werden oder sind zu wenig gefettet

  • Äußere Gewalteinwirkung

  • Spannungsrisse durch schnellen Wechsel von Feuchtigkeit oder Temperatur

  • Alterung des Holzes: Holz kann sich im Lauf der Zeit in seiner Form verändern – der runde Korpus kann sich durchbiegen oder oval werden.

Hohe Töne sprechen unsicher oder gar nicht an.

  • Blasdruck überprüfen

  • Daumenhaltung überprüfen

  • Beschädigung des Daumenlochs (eingekerbte bzw. unregelmäßig gewordene Lochkante) durch den Fingernagel

  • Block verquollen: Im Lauf der Zeit kann der Block sein Maß verändert haben – seine Blockbahn hat damit eine zu hohe Position. Der Windkanal ist somit zu eng geworden.

  • Der enge Windkanal kann verunreinigt sein.

Was tun? In der Blockflötenklinik kann das beanstandete Instrument überprüft werden. Eventuell wird eine Daumenlochbuchse eingesetzt, und/oder der Kopf wird nachgearbeitet.

Tiefe Töne sprechen unsicher oder gar nicht an.

  • Tonlöcher werden nicht vollkommen dicht gegriffen

  • Zapfenkorken sind undicht geworden

  • Risse sind aufgetreten

  • Klappen sind fehlerhaft: Polster undicht, Mechanik verstellt.

  • Innenbohrung nicht ausreichend geölt

  • Block verquollen: Im Lauf der Zeit kann der Block sein Maß verändert haben – seine Blockbahn hat damit eine zu hohe Position. Der Windkanal ist somit zu eng geworden.

  • Der enge Windkanal kann verunreinigt sein.

  • Wischer steckt im Instrument (ja, tatsächlich, das kommt oft vor!)

Was tun?

  • Fingerhaltung überprüfen

  • Korken überprüfen

  • Risse in der Blockflötenklinik kleben und evtl. einen Zierring als Schutz ergänzen lassen

  • Klappen zum Überprüfen an die Blockflötenklinik schicken.

  • Innenbohrung ölen

  • Bei Arbeiten am Block und Windkanal: Instrument in die Blockflötenklinik schicken

  • Es empfiehlt sich künftig den Wischer nicht im Instrument stecken zu lassen bzw. aufzubewahren

Schimmel im Windkanal, auf dem Labium! Wieso?

Die Blockflöte wurde wahrscheinlich zu feucht aufbewahrt. Um den Schimmel vom Instrument dauerhaft zu entfernen, senden Sie es bitte an die Blockflötenklinik, wo die nötigen Maßnahmen mit Ihnen abgestimmt werden können.

Um Schimmelbildung zu vermeiden, sollte folgendes beachtet werden: Blockflöten müssen nach dem Spielen langsam trocknen dürfen: Nehmen Sie dazu das Instrument auseinander, putzen Sie es gut aus und blasen Sie die Restfeuchtigkeit aus dem Windkanal (Sehen Sie zum Thema "Ausblasen einer Blockflöte" folgendes Video). Lassen Sie Ihr Instrument anschließend an der Luft trocknen – nicht im geschlossenem Etui oder in der Stofftasche!

Warum sollte man die Blockflöte vor dem Spiel vorwärmen?

Das Vorwärmen des Instruments ist eine präventive sowie das Spiel fördernde Maßnahme. Die Blasluft des Spielers ist in der Regel weitaus wärmer als die Außentemperatur. Da die Blockflöte sich dieser Außentemperatur angeglichen hat, kommt es bei einem "kalten" Instrument am Anfang des Spielens zu einem Temperaturunterschied, der unter Umständen zu so großen Spannungen im Flötenkörper führen kann, dass Rissbildung droht.
Um diese Risse zu vermeiden, sollte das Instrument entweder in der Hand oder am Körper aufgewärmt werden. Da im Flötenkopf die Temperaturunterschiede am stärksten sind, sollte dieser vorrangig vorgewärmt werden.
Ein grundlegender, weiterer Effekt des Vorwärmens ist, dass das Instrument nicht so schnell heiser wird. In der Windkanalbahn sammeln sich bei Temperaturunterschieden zwischen Instrumentenkorpus und Umgebungswärme kleine Kondenswassertröpfchen an, welche die Windkanaldimensionen verringern und damit das Spielen behindern. Je weniger Tröpfchen sich ansammeln können, desto sorgenfreier lässt sich Musizieren. Meist sind auch erst spielwarme Instrumente in der Grundstimmung korrekt.

Das Labium der Blockflöte ist ausgebrochen ...

Ist die Labiumkante verletzt, kann sich der Ton nicht mehr in der vorgesehenen Weise entwickeln. Meistens ist ein rauschendes Klangbild die Folge und die Töne in den Extremlagen sprechen nicht mehr gut an. Hier hilft oft nur der Austausch des Kopfstücks. Bitte senden Sie das Instrument an die Blockflötenklinik.

Hinweis: Wir können natürlich nur Mollenhauer-Blockflötenteile ersetzen. Bei Fremdfabrikaten wenden Sie sich bitte an den entsprechenden Hersteller des Instruments.

Der Zapfen der Blockflöte ist abgebrochen

Durch einen abgebrochenden Zapfen wird die Blockflöte unbrauchbar, da sich die jeweiligen Instrumententeile nicht mehr richtig zusammenstecken lassen. Gerissene Zapfenverbindungen können in der Regel nicht wieder angeklebt werden, da sie für eine optimale Passung einen verhältnismäßig hohen Druck aushalten müssen. Hier hilft nur der Austausch des Mittel- oder Unterstücks. Bitte senden Sie das Instrument an die Blockflötenklinik.
Hinweis: Wir können natürlich nur Mollenhauer-Blockflötenteile ersetzen. Bei Fremdfabrikaten wenden Sie sich bitte an den entsprechenden Hersteller des Instruments.

Was muss ich tun, wenn sich der Kork löst?

Sollte sich im Lauf der Zeit der Kork vom Holz ablösen, ist die Stabilität und die Abdichtung der Steckverbindung nicht mehr gewährleistet. Der Kork sollte bald fachgerecht erneuert werden, da es mitunter im Zapfenbereich zu Folgeschäden kommen kann – beispielsweise kann der lose Kork im Zapfenherz verkannten, oder aber die locker gewordenen Instrumententeile können ungewollt auseinanderfallen. Für eine optimale Anpassung sollten Sie das ganze Instrument in die Blockflötenklinik schicken. 

Blockflöte eines anderen Herstellers

Wenn Probleme bei einer Blockflöte eines anderen Herstellers auftreten.

Da alle Blockflötenmodelle nach speziellen Konzepten und Maßangaben gebaut werden, ist es vorteilhaft, schadhaft gewordene Instrumente immer zuerst an den Original-Hersteller zu senden. Dennoch erleben wir häufig, dass uns Kunden auch Blockflöten anderer Hersteller anvertrauen. Auch wenn wir Umbauten solcher Instrumente nicht vornehmen möchten, bieten wir Ihnen gerne kleinere Reparaturen, Wartungsarbeiten und Instandsetzungen an. Senden Sie ihr Instrument an die Blockflötenklinik.

Meine Blockflöte stimmt nicht mehr richtig.

Haben Sie das Gefühl, dass sich die Stimmung Ihrer Blockflöte sich verändert hat? Dies kann in der Tat durch den Gebrauch passieren: Durch die Wechselwirkung von Atemfeuchtigkeit und Austrocknung (z. B. bei heizungsbedingt recht trockener Raumluft) kann sich bei manchen Instrumenten das Holz mehr oder weniger unter das Herstellungsmaß zusammenziehen. Die Folge sind von der zu Grunde liegenden Stimmung abweichende Töne. In diesem Fall sollten Sie ihre Blockflöte in die Blockflötenklinik schicken, um die Stimmung korrigieren zu lassen.

Die Klappen funktionieren nicht mehr richtig.

Nur eine optimal eingestellte Klappenmechanik gewährleistet ein zuverlässiges Spielen. Klappen können sich jedoch geringfügig verbiegen: Etwa durch unsachgemäßes Zusammenstecken der Instrumententeile, durch fehlerhafte Aufbewahrung im Etui oder durch versehentliche Beschädigung. Verbogene Klappen laufen nicht mehr parallel zu Achse. Damit haben die Klappendeckel nicht mehr den richtigen Abstand zum Tonloch und die Klappenpolster schließen nicht mehr vollständig. Die Folge sind Intonationsprobleme und schlecht ansprechende Töne. Klappenmechaniken lassen sich vom Instrumentenbauer meist nachregulieren; Klappenpolster sind Verschleißteile (können im Lauf der Zeit spröde werden oder durch Ölflecken beeinträchtigt sein); für eine gute Geläufigkeit aller Metallteile sollten diese regelmäßig vom spezialisiertem Fachmann überprüft werden.

In diesem Fall sollten Sie Ihr Instrument an die Blockflötenklinik schicken.

Ich brauche einen Daumenhalter.

Für eine bessere Balance oder das leichtere Halten eines großen oder schweren Instruments bietet sich ein einfaches Hilfsmittel an. Der altbewährte Daumenhalter für die untere Spielhand. Dieser wird am Instrument so befestigt, dass der entsprechend gestützte Daumen ein Großteil des Gewichts abnimmt. Es gibt heute zwei unterschiedliche Arten von Daumenhaltern: Einmal einfache fix zu positionierende Daumenhalter aus Holz, welche Sie selbst anbringen können. Zum anderen stabile und (je nach Ausführung) verstellbare Daumenhalter aus Metall mit Korkauflage. Diese sollten nur von einer Fachperson angebracht werden. Beide Daumenhaltervarianten erhalten Sie in unserem Sortiment. Die Montage übernimmt selbstverständlich unsere Blockflötenklinik.

Kopf oder Fuß gerissen! Blockflöte kaputt?

Veränderungen des Holzes gehören zum Alterungsprozess. Diese sind: Holzschwund, Formveränderung, periodisches Aufquellen und Schrumpfen durch Blasfeuchtigkeit und Witterungseinflüsse sowie im ungünstigsten Fall die durch starke Spannungskräfte verursachte Rissbildung. Risse gefährden die Stabilität des Holzkorpus. Damit sie sich nicht noch ausweiten, sollten sie rasch stabilisiert werden. Grundsätzlich kann jede Art Riss in einer Fachwerkstatt repariert werden. Ausschlaggebend ist, an welcher Stelle sich ein Riss gebildet hat: Stark belastete Stellen, wie der Blockflötenschnabel (welcher als Mantel den Block umhüllt und dadurch dessen Quellschwankungen ausgesetzt ist) und die Zapfenverbindungen (wo durch den Druck des Kork- bzw. Fadenwicklungszapfens auf das Zapfenherz eine stabile Steckverbindung zustande kommt) müssen außer einer Verklebung des Risses meistens zusätzlich über eine Manschette aus Holz oder Kunststoff dauerhaft gefestigt werden. Solche Reparaturen haben dann keinen Einfluss auf die Tongebung des Instruments, wenn die Risse nicht bis in den Windkanal oder die Innenbohrung durchgehen. Selbst bei durchgehenden Rissen kann das Instrument unter Umständen noch vom Instrumentenmacher erhalten werden. Man denke nur an alte Streichinstrumente: Praktisch keines hat die Zeiten ohne Risse überdauert; niemand käme auf die Idee, sie deswegen aufzugeben. Für eine kompetente Diagnose senden Sie bitte ihre gerissene Blockflöte an die Blockflötenklinik, wo die nötigen Maßnahmen mit Ihnen abgestimmt werden können.

Der Block sitzt locker! Was tun?

Jede Blockflöte besteht aus zwei unterschiedlichen Hölzern: Einmal der Holzart des Instrumentenkorpus und zum Andern aus dem Holz des Blocks (heute meist Zedernholz). Aufgrund der Verschiedenartigkeit beider Hölzer wird nachvollziehbar das beide unterschiedlich auf Blasfeuchtigkeit und die nachfolgende Trocknungsphase bzw. Witterungseinflüsse reagieren. Somit kann es vorkommen, dass sich deren Dimensionen unterschiedlich verändern und die Passgenauigkeit beeinträchtigt wird. Im Extremfall klemmt der Block so stark dass er für Reinigungs- und Reparaturzwecke kaum mehr aus dem Instrument herausnehmbar ist. Oder aber der Block verliert seine Passung (das Instrument wird dann an dieser Stelle undicht), kann verrutschen oder sogar völlig herausfallen und dabei beschädigt werden. Da nur ein perfekter Sitz des Blocks die optimale Tongebung garantiert, empfiehlt es sich die Blockflöte von einem Fachmann reparieren zu lassen. Dieser wird zunächst versuchen durch geeignete Maßnahmen den ursprünglichen Block zu erhalten. Ist dies nicht mehr möglich, muss ein neuer Block angepasst und das Instrument neu gevoict werden. Senden Sie daher ihr Instrument möglichst an den Originalhersteller, welcher über passende Ersatzblöcke verfügt.  

Mollenhauer-Blockflöten schicken Sie bitte an die Blockflötenklinik.

Die Zapfenverbindung ist zu locker oder sehr schwergängig.

Eine aus mehreren Teilen bestehende Blockflöte wird über Steckverbindungen zusammengehalten. Dort sorgen elastische Dichtungen für guten Halt und Tonstabilität. Sie bestehen entweder aus einer modernen Korkverbindung oder aus einer Fadenwicklung. Bei manchen Schulblockflöten werden auch Dichtungsringe aus Gummi verwendet. All diese Verbindungsarten können sich im Lauf des Gebrauchs abnutzen und müssen entsprechend gepflegt werden.

Die Korkverbindung:

Moderne Korkverbindungen bestehen aus natürlich gewachsenem Kork oder Presskork (verklebte Korkpartikel). Kork oder Presskork sind elastische, langlebige und sehr gut abdichtende Naturmaterialien, die allerdings je nach Beanspruchung des Instruments etwas eingehen können, spröde und weniger flexibel werden. Durch eine gute Pflege kann die Lebensdauer des Korks erheblich verlängert werden. Dazu sollte der Kork regelmäßig eingefettet werden. Verwenden Sie dafür unser Zapfenfett oder unseren als Zubehör erhältlichen Fettstift. Fühlt sich der Korken zu trocken an und gleitet damit nicht mehr zufriedenstellend, muss er eingefettet werden. Beachten Sie bitte bei der Dosierung, dass Sie nicht zu viel Fett auftragen – der Korkring sollte nämlich nicht komplett von Fett durchtränkt werden, da sich sonst die Fixierung am Korkbett lösen kann.

  • Ist die die Korkverbindung zu locker geworden, kann der Korkstreifen kostengünstig von einer Fachwerkstatt passgenau erneuert werden. Für eine optimale Anpassung sollten Sie das ganze Instrument in die Blockflötenklinik schicken.

  • Ist die Korkverbindung schwergängig, sollten Sie die zu trocken gewordene und spröde Korkverbindung umgehend einfetten. Auch andere Gründe führen zur Schwergängigkeit: Werden Zapfen und Zapfenherz durch vieles Spielen durchnässt, können beide vorübergehend so aufquellen, dass sie sich nur schwer oder gar nicht auseinander drehen lassen. Um dies zu vermeiden, wischen Sie das Instrument ca. alle 20 Minuten aus. Passiert es doch einmal, dass sich Teile nicht mehr bewegen lassen, ist es besser diese nicht gewaltsam zu trennen, sondern abzuwarten, bis dies nach einer entsprechenden Trocknungsphase wieder möglich wird. In manchen Fällen kann der Zapfen auch dauerhaft aufgequollen sein und klemmen. Dieses Problem sollte eiligst in der Blockflötenklinik behoben werden, da sich durch die hohe Spannung Risse in diesem Bereich bilden können. 

Die Fadenwicklung:

Eine zuverlässige Fadenwicklung besteht aus hochwertigem Baumwollgarn, welches beim Anbringen der Blockflötenwicklung zusätzlich mit Wachs imprägniert wird. Das Garn wird dadurch gleitfähiger, fester, dichtet besser ab und weist auf diese Weise die sich im Zapfenbereich ansammelnde Blasfeuchtigkeit ab. Da eine Fadenwicklung bei Gebrauch trocken und spröde werden und damit einreißen kann, muss Sie regelmäßig nachgefettet werden. Verwenden Sie dafür unser Zapfenfett oder unseren als Zubehör erhältlichen Fettstift. Beachten Sie bitte bei der Dosierung, dass Sie nicht zu viel Fett auftragen – die Wicklung sollte nämlich nicht komplett von Fett durchtränkt werden, da sich sonst die Garnfasern verfestigen können und die Elastizität und Stabilität der Wicklung eingebüßt wird.

  • Ist die Fadenwicklung zu locker geworden, können Sie leicht selbst mit einem entsprechenden Baumwollgarn die Wicklung ergänzen. 

  • Sitzt die Fadenwicklung zu stramm, sollten Sie lediglich versuchen, diese durch Nachfetten geläufiger zu machen. Schneiden Sie niemals an der Wicklung herum um Fadenmaterial zu entfernen, da sonst die gesamte Wicklung Gefahr läuft in Bestandteile zu zerfallen. Dieses Problem sollte eiligst in der Blockflötenklinik kostengünstig behoben werden, da eine zu stramm sitzende Fadenwicklung im Zapfenherz verkanten kann und danach die beiden Flötenteile kaum mehr auseinander zu bekommen sind. Auch steigt ansonsten die Gefahr von Rissbildung an Kopf- und Fussstück.

Tipp: Sie können zusätzlich zur Kork- und Fadenwicklung auch das Zapfenherz leicht mit Fett einschmieren. Das ergänzt den Schmiereffekt positiv. Wischen Sie bitte überschüssige Fettreste gleich ab, damit diese nicht an anderen Stellen unliebsame Spuren hinterlassen (z. B. Fettflecken auf dem Holz) oder in Tonlöcher gelangen.

Die Gummiring-Verbindung:

Manche Schulblockflöten sind mit wartungsfreien Dichtungsringen aus Gummi (statt Kork) ausgestattet. Diese benötigen keine speziellen Pflegemaßnahmen und eignen sich daher insbesondere bei Instrumenten für kleine Kinder.

  • Ist die Verbindung zwischen Kopf- und Mittelstück zu locker geworden oder sind die Gummiringe verloren gegangen, müssen die Ringe erneuert werden. Dafür muss das Instrument in der Regel nicht zum Hersteller eingeschickt werden. Wir senden Ihnen gerne kostenlos Ersatzringe zu, die Sie leicht selbst am Instrument anbringen können. Nutzen Sie dazu unser Kontaktformular.

  • Sollte die Gummidichtung bei Instrumenten aus einer Holz-/Kunststoffkombination zu stramm geworden sein, sollten Sie besser nicht versuchen, diese durch Nachfetten geläufiger zu machen. Die Ursache liegt dann vermutlich darin, dass das Instrument über längere Zeit nach dem Spielen nicht trockengewischt worden ist. Die Folge davon: ein aufgequollener Holzzapfen. Dieses Problem sollte eiligst in der Blockflötenklinik kostengünstig behoben werden. Andernfalls kann es passieren, dass der Zapfen schwergängig wird, der Kopf nicht mehr vom Griffteil abzudrehen ist und im Extremfall sogar abbrechen kann.  

Die Klappe an meiner Blockflöte macht Geräusche.

Auch die Klappenmechanik einer Blockflöte muss gepflegt werden. Ebenso wie etwa die Korkenverbindung von Zeit zu Zeit nachgefettet werden muss, benötigen die Achsenlagerungen für eine optimale Geläufigkeit ein Schmiermittel. Hier hilft meistens ein Tropfen Öl (siehe Bild). Sie erhalten im Musikalienhandel hervorragend geeignete Öle zur Pflege der Klappen. Das Öl sollte nicht zu dünnflüssig sein, da es sonst nur kurzfristig wirkt. Es muss sparsam verwendet werden, da sonst das Öl auf das Holz des Korpus oder in die Klappenpolster läuft und die Oberfläche beschädigt. Sollte das Ölen der Klappenmechanik nicht den gewünschten Erfolg bringen, so schicken Sie Ihr Instrument bitte an die Blockflötenklinik.

Wie blase ich die Blockflöte richtig aus?

Auf jeden Fall nicht mit dem Zeigefinger auf dem Labium. Das Labium wird beim Spielen feucht und ist so sehr elastisch. Wenn Sie dann mit dem Finger draufdrücken, wird es nach unten gebogen und somit kann sich der Winkel des Labiums verändern.
Besser ist es so: Blasen Sie in die Aufschnittsöffnung des Kopfes und decken dabei die Kopfbohrung am unteren Ende luftdicht ab: Überschüssige Atemfeuchte wird so heraus geblasen und kann am Windkanaleingang abgewischt werden.

Wie halte ich den Windkanal sauber?

Mit der Blasluft gelangen je nach Beschaffenheit der Mundflora automatisch auch verschiedene Bestandteile in den Windkanal. Je nach dem wie ernst man es mit der Mundhygiene nimmt, sammeln sich nach und nach kleinste Ablagerungen im Windkanal an. Diese können die empfindlichen Maße verengen und sogar das Holz angreifen. In Folge tritt die so genannte Heiserkeit wesentlich häufiger auf und die Flöte hat eine kürzere Lebensdauer. Um diesen Verunreinigungsprozess zu verlangsamen, sollte man sich vor dem Spielen stets die Zähne putzen. Falls keine Zahnbürste zur Hand ist, tut auch ein Zahnfplegekaugummi seinen Dienst.

Lassen Sie Ihr Instrument in regelmäßigen Abständen von einem Fachmann überprüfen um sicher zu gehen, dass der Windkanal im optimalen Zustand ist. Dazu dürfen Sie Ihr Instrument gerne an die Blockflötenklinik schicken.

Blockflötenbegriffe

Wenn Sie mit der Maus auf das Bild klicken bekommen Sie das Bild größer angezeigt. Dieses Bild gibt es auch als Poster bei Ihrem Fachhändler zum Preis von 2 Euro.

Was ist der Stimmton (Kammerton) a'

Damit Musikinstrumente zusammen spielen können, müssen Sie einen gemeinsamen Stimmton haben. Bevor man sich zu einer internationalen Vereinheitlichung durchringen konnte, hatte jede Stadt, ja sogar jede Institution ihren eigenen Stimmton. Die Schwankungen waren hier teilweise so groß, dass sie teilweise gleich mehrere Halbtonschritt auseinanderliegen konnten. Erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts bemühten sich verschiedenen Gremien um die Vereinheitlichung des Stimmtons. Schließlich wurde 1858 der Kammerton erstmals internationalisiert und auf dem Ton a1 = 437,5 Schwingungen pro Sekunde festgelegt. Diese Maßeinheit wurde schließlich 1935 nach dem deutschen Physiker Heinrich Rudolf Hertz benannt. Seit 1939 einigte man sich weltweit auf ein a1 = 440 Hertz (abgekürzt Hz). Heute wird in Blockflötenkreisen jedoch vielfach auf a1 = 442 Hz musiziert um mit anderen modernen Instrumenten zusammenspielen zu können.

Im Bereich der historischen Musikpraxis existieren auch andere Stimmtöne: Für die Renaissancemusik verwendet man mitunter ein a1 = 466 Hz; für französische Musik des Hochbarock manchmal ein a1 = 392 Hz; für Musik des vermischten Hochbarock wurde der Stimmton auf a1 = 415 Hz normiert. Das entspricht genau einem Halbton unter dem modernen Stimmton a1 = 442 Hz.

Stimmtöne werden heute meistens mit digitalen Stimmgeräten überprüft. Früher verwendete man in der Regel eine Stimmgabel.

Infos zum Kammerton auf Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Kammerton

Blockflöten für Linkshänder

Für viele Gegenstände des täglichen Lebens gibt es heute besondere Varianten für Linkshänder: Scheren, Dosenöffner usw. Ist es auch bei der Blockflöte sinnvoll, entsprechend gebohrte Blockflöten für Linkshänder anzubieten, bei denen die Hände „vertauscht“ sind?

Um die Frage der Linkshänderflöten zu beurteilen, sollte man sich zuerst mit den Anforderungen auseinander setzen, die eine Blockflöte an die Hände des Spielers stellt. Die Finger, die die vorderständigen Grifflöcher bedienen, sind einigermaßen gleichberechtigt (da gibt es für beide Hände leichtere und schwierigere Griffverbindungen). Der einzige Finger, der eine Sonderstellung einnimmt, ist der linke Daumen: Während die anderen Finger ihre Tonlöcher lediglich decken bzw. öffnen müssen, ist er für die sensible Arbeit des Überblasens zuständig. Dabei muss er vor allem bei den höheren Tönen nicht nur die saubere Ansprache, sondern auch die korrekte Intonation sichern. Das ist Feinarbeit pur! Wenn also Linkshänder überhaupt jemals gegenüber Rechtshändern im Vorteil sind, dann beim Blockflötespielen!
Wenn ein Schüler jedoch erst einmal auf einer Linkshänderflöte gelernt hat, wird er sein gesamtes „Blockflötenleben“ lang Sonderanfertigungen benötigen: Im Ensemble mal eben den Bass der Kollegin spielen? – Unmöglich! Im Musikgeschäft interessante Blockflöten ausprobieren? – Unmöglich! Auf diese Weise wird er überhaupt erst als Linkshänder „behindert“.
Einen Sinn haben Linkshänderflöten jedoch: Wenn eine tatsächliche Körperbehinderung, z. B. eine Verkürzung oder Unbeweglichkeit des linken Daumens oder des rechten kleinen Fingers vorliegt, dann ist eine Linkshänderflöte eine gute Alternative, weil sie dem Spieler unter Umständen erst ermöglicht, Blockflöte zu spielen. Für diesen Einsatzbereich bietet Mollenhauer Linkshänderblockflöten an.

Ausführlicher Text: Gisela Rothe: Blockflöten für Linkshänder?
In: Windkanal 2005-4 (PDF 200 KB)

Mollenhauer Adresse

Weichselstr. 27
36043 Fulda (Germany)
Tel.: +49 (0) 661 / 94 67 0
Fax: +49 (0) 661 / 94 67 36
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