Mollenhauer Recorders is at the 8th Anrieu Recorder Festival in Osaka/Japan from 28-30 November 2014.
 
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Fachmagazin Blockflöte




10
September
2013

Seminar mit dem Flanders Recorder Quartet

Das Seminar stand unter dem Motto Ensemble Fullservice

2013 Seminar mit dem Flanders Recorder Quartet



Es war ein Wahnsinns Wochenende!
Joris Van Goethem, Bart Spanhove, Paul van Loey und Tom Beets vom Flanders Recorder Quartet waren zu Gast bei Mollenhauer Blockflöten in Fulda. Die SeminarteilnehmerInnen waren gemeinsam mit dem Team von Mollenhauer sehr gespannt auf das Wochenende, welches unter dem Motto »Ensemble-Fullservice« stand. Aller Anfang ist schwer. So mussten alle SeminarteilnehmerInnen sich erst mal mit Essensmarke, Seminarplan und den Räumlichkeiten der Mollenhauer-Werkstatt vertraut machen, wo das Seminar stattfand. Wo noch am Freitag Blockflöten gebaut wurden (und seit Montag wieder gebaut werden) saßen nun die TeilnehmerInnen und spielten sich für die Unterrichtsstunden ein oder nahmen diese bereits war. Die Stücke waren sehr vielfältig und es wurde überall in der Werkstatt geprobt, zugehört und sich ausgetauscht. Für uns Blockflötenbauer natürlich nicht ungewöhnlich Blockflötentöne zu hören. Aber das man in Abteilungen, in denen normalerweise gedrechselt, geschliffen, geölt oder CNC Maschinen ihren Dienst tun, zarte Flötentöne hörte, war auch für uns wieder mal ein schönes Erlebnis.

Am Samstagabend gaben die vier Blockflötenvirtuosen dann ein fulminantes Konzert mit dem Titel "Hits aus 25 Jahren Flanders Recorders Quartet". Musik quer durch die Jahrhunderte begeisterte das Publikum des fast ausverkauften Fürstensaals. Vier Zugaben und Standing Ovations sprechen für ein ausgezeichnetes Konzerterlebnis.

Nach dem Konzert trafen sich die SeminarteilnehmerInnen, die "Flanders" und das Mollenhauer-Team noch im Museumscafé zum Ausklang.

Am Sonntag stand dann wieder das Proben und Musizieren, die Unterrichtsstunde und der Austausch über Blockflöten und Ihre Musik auf dem Tagesplan. Kranker Flöten nahmen sich die Instrumentenbauer Hannes Steinhauser (Blockflötenklinik), Marcel Manertz (Klappenbau) und Erik Jahn (Blockflötenbaumeister) an. Unter Risiken und Nebenwirkungen gab‘s dann noch ein Abschlusskonzert der Ensembles. Die Arbeit hatte sich gelohnt. Wohlige Klänge die mit reißendem Applaus belohnt wurden. So beschwingt konnten alle die Heimreise genießen …

Unter folgendem Link finden Sie die das ganze Wochenende umfassende Bilderimpressionen des Seminars. Ein Video wird in den kommenden 2 Wochen folgen.

Bildergalerie

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Rückblick aufs Konzert

Blockflötenkonzert: Sa., 07.09.2013, 20.00 Uhr Fürstensaal im Stadtschloss Fulda.
 
 
Grandioses Blockflötenkonzert der Superlative
Das weltbekannte Flanders Recorder Quartet gastierte am Samstagabend erstmals im Fürstensaal des Stadtschlosses Fulda und begeisterte über zweihundert Zuhörer. Seit seiner Gründung 1987 hat sich das Quartett (Tom Beets, Bart Spanhove, Paul Van Loey, Joris Van Goethem) an die musikalische Weltspitze emporgearbeitet. Es ist für seine feinsinnigen Bearbeitungen, glasklares Zusammenspiel, technische Perfektion, homogensten Klang und stilgetreue Interpretation rund um die Blockflöte bekannt – ein Instrument, das zweihundert Jahre lang verkannt wurde. Zu erleben war ein ganzes Arsenal verschieden großer Instrumente, darunter eine über 2,30 Meter hohe Großbassblockflöte. Darauf wurde höchst virtuos ein abwechslungsreichen Programm geboten: Das Quartett spielte seine Hits aus 25 Jahren, die dieses Konzert zu einem unvergesslichen Erlebnis machten und die Blockflöte, eines der wichtigsten Instrumente der Renaissance- und der Barockzeit, im alten Glanz erstrahlen ließen. Das Konzert wurde von Mollenhauer Blockflötenbau im Rahmen eines Wochenendseminars mit dem Ensemble und internationalen Teilnehmern aus der Schweiz, Belgien, Österreich und der Slowakei veranstaltet. Passend zum Fürstensaal mit seiner barocken Ausstattung und Atmosphäre begann die musikalische Zeitreise durch die Jahrhunderte mit dem großen Meister des Barock Johann Sebastian Bach und seinem Konzert a-Moll (BWV 596) nach Antonio Vivaldis Opus 3 Nr. 11 (RV 565), bearbeitet von Bart Spanhove. So wie Bach stark beeindruckt war von der natürlichen Anmut der italienischen Tonsprache, war es auch das Publikum von dem ausdrucksstarken Adagio und Largo e spiccato sowie den äußerst virtuosen Allegros. Die rasant gespielten Blockflöten ließen die in der Originalbesetzung vorkommenden Geigen nie vermissen. Die exquisite Auswahl der verschiedenen tiefen Blockflöten (Bass-, Großbass-, Kontrabassblockflöten) bei Bachs Fantasia und Fuga in C-Dur (BWV 570 & 545) ging dem Publikum mit ihren samtig dunklen Klängen unter die Haut, ebenso beim Contrapunctus 1 und 3 aus „Die Kunst der Fuge“ (BWV 1080) und der Passacaglia in g. Mit Mittelalter-Magie verzauberte das Ensemble bei einer Estampita und „Rotta La Manfredina“ von unbekannten Komponisten des 14. Jahrhunderts. Hier ertönten kraftvoll tänzerische Flötentöne begleitet von einer Trommel, gespielt von Paul Van Loey, der zwischendurch die Zuhörer durch eine atemberaubende Improvisation in Atem hielt. So wurde sitzend und stehend mit einer ungeheuren Bühnenpräsenz musiziert. Mächtig Eindruck machte auch das Solo von Bart Spanhove auf einer frühbarocken Sopranblockflöte bei „Engels Nachtegaeltje“ von J. J. Van Eyck – ein Stück, das Vogelgesang imitiert und von Variation zu Variation an Tempo gewinnt. Wäre dies ohne die geringste Tempoveränderung nicht schon schwer genug, wurden noch zusätzliche Diminutionen eingefügt! Ebenso sorgte das Ballo del granduca von J. P. Sweelinck für großes Erstaunen: Ein Basston wurde permanent während des ganzen Stückes gehalten indem er von zwei unterschiedlich großen Bassblockflöten abwechselnd fortgeführt wurde. Im Gegensatz dazu trat eine virtuos variierende Oberstimme. Das kreativ moderne Stück I Continenti von J. Van der Roost mit seinem starken Eröffnungsmotiv zog das Publikum sofort in seinen Bann. Mit unkonventionellen Spieltechniken erzeugte das Quartett beim Zuhörer spannende, an Panflöten und Didgeridoos erinnernde Klänge. Hinzu trat wohltönender Gesang und eine Trommel, welche die programmatische Idee ferner Kontinente Südamerika, Australien und Afrika eindrucksvoll umsetzten. Das Ensemble ließ seiner Fantasie und seinem Bearbeitungsinstinkt immer weiter freien Lauf und zeigte, dass selbst Repertoire des 19. Jahrhunderts auf Blockflöten mit ungeheurer Spielfreude furios und witzig gespielt werden kann – so bei einem traditionellen ungarischen Tanz mit kontrastierendem, bisweilen rasantem Tempo, dem virtuosen Czardas von V. Monti. Bei Circus Renz von Jan Van Landeghem (geb. 1956), das berühmteste Beispiel für Zirkusmusik, war ein Bravour Gallop zu hören, ein schneller, lebhafter Tanz, der, damals schon ein Hit in den Salons und Konzertsälen, auch heute die Herzen des Publikums im Sturm eroberte. Am tosenden Schlussapplaus zeigte sich, dass der Blockflötenfunke komplett auf das Publikum übergesprungen war. Inspiriert hiervon ließ sich das Quartett zu vier Zugaben hinreißen: einer Parodie auf Pink Panther, „Türkisch Bamble Bee Rondo“ von Jan Van Landegheren, noch ein Circus Renz in anderer Besetzung und Moonlight Serenade von Glenn Miller, die alle anerkennend mit Standing Ovations honoriert wurden.
 
Jutta Schierhoff

 

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