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Fachmagazin Blockflöte




08
Februar
2013

England im 16. und 17. Jahrhundert 2013

Blockflötenseminar mit Katharina Hess (Flautando Köln)

England im 16. und 17. Jahrhundert 2013

02.–03. Februar 2013
 
Musik zwischen Hof- und Landleben

Dieses Thema scheint so spannend zu sein, dass sich im Februar 2013 erneut 26 MusikerInnen trafen, um die Musik der englischen Renaissance und des Frühbarock genauer kennenzulernen. Der erste Kurs hatte im Oktober 2012 stattgefunden.
Es lohnte sich, zu Beginn in die Runde zu fragen, wo die einzelnen Teilnehmer herkommen und in welcher Konstellation sie zu Hause musizieren. Besonders gefreut hat mich, dass ein Ensemble geschlossen angetreten ist. Einige spielten in der gleichen Gruppe. Interessant war zu erfahren, dass die meisten Ensembles sich in den Kirchengemeinden zusammenfinden und das auf einem guten Niveau. Einige Spielkreise besitzen ein gutes Instrumentarium – Sub- und Großbassblockflöten dürfen mittlerweile nicht mehr fehlen. Einige Kursteilnehmer haben die Gelegenheit genutzt und sich während des Seminars an verschieden Subbässen der anderen Spieler geübt, um sich letztendlich selbst zum Kauf eines derartigen Instruments zu entscheiden.
Nach der Vorstellungsrunde legten wir auch gleich los mit einer Pavana und Galiarda des im 16.Jahrhundert in England lebenden Augustino Bassano. Die Tanzrhythmen durchhörbar zu machen, also eine geeignete Artikulation zu finden, damit haben wir viel Zeit verbracht. Umso leichter viel uns dann die Interpretation des wunderschönen aber recht komplexen  „The Funerals“ von Holborne, da auch hier der Rhythmus der Pavane unterlegt ist und somit die Strukturen des Stückes viel besser zu erkennen waren.
Viel Spaß hatten wir mit einem Maskentanz, der vor Feuer und Witz strotzte. Schuld waren die schnellen Tempowechsel, die uns alle in Atem hielten. Furios spielen, Verrücktes darstellen, wie mache ich das auf diesem zarten Instrument? Wir haben konsequent Extremes ausprobiert und sind fündig geworden. Man spürte förmlich, wie die Hexen um die Ecke flitzten …
„Luftstück“ nannten wir die schöne Melodie „Cuperaree or Grays’Inn“, die einzig und allein von einer Luft lebt, die ungestört den Körper verlassen kann und durch die Flöte strömt. Schwierig bei einem Instrument wie der Blockflöte, da es nicht wie bei den Rohrblattinstrumenten einen Blaswiederstand gibt und somit die Luft ungehindert und vor allem unkontrolliert austreten kann …
Alles in Allem war es einer meiner schönsten Kurse. Es gab fortgeschrittene Teilnehmer und solche, die noch recht am Anfang standen. Dennoch hat diese Gruppe geschlossen zu einer einheitlichen Idee gefunden. Das hat mir so gefallen, dass ich die „armen FlötistInnen“ am Ende zweier anstrengender Kurstage immer wieder bat, nochmal und nochmal dieses und jenes Stück zu spielen, weil es große Freude bereitete, zuzuhören. Alle hatten die gleiche Botschaft ... toll!

Katharina Hess

 

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