Mollenhauer Recorders is at the 8th Anrieu Recorder Festival in Osaka/Japan from 28-30 November 2014.
 
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Fachmagazin Blockflöte




Bauweisen der Epochen

Blockflötisten können heute aus einem Instrumentenangebot auswählen, das den reichen Wissensschatz verschiedenster Epochen widerspiegelt.

Renaissance- und Frühbarockblockflöten (1) erkennt man an ihrer weiten, zylindrischen Innenbohrung und den relativ großen Tonlöchern. Die Außenform ist meist schlicht, mit sparsamen Verzierungen, wie wir sie zum Beispiel bei Hieronymus F. Kynseker (1636–1686, Nürnberg) finden. Charakteristisch für diesen Blockflötentyp ist der kräftige Klang vor allem in der Tiefe, der sich im Zusammenspiel gut mischt: Schließlich stand in diesen Epochen eher das Zusammenspiel als das solistische Spiel im Vordergrund.

Barockblockflöten (2) sind durch eine komplizierte, unregelmäßig konische Innenbohrung und eher kleine Tonlöcher gekennzeichnet. Die Außenform der dreiteilig gegliederten Instrumente ist mit kunstvoll gedrechselten Ringen verziert, zum Beispiel bei den berühmten Blockflöten von Jacob Denner (1681–1735). Durch das ausgeklügelte Zusammenspiel aller baulichen Faktoren besitzen sie alles, was sie für die hochvirtuose Literatur der Barockzeit brauchen: schnelle, brillante Ansprache und Wendigkeit im Tonraum von über zwei Oktaven sowie Ausdruckskraft und ein ausgeglichenes Klangbild über alle Register.

Harmonische Blockflöten (3) gehen mit ihren innovativen Baukonzepten über historische Vorbilder hinaus. Durch eine leicht konische Innenbohrung, durch die Verlängerung des Instrumentes mit Klappenmechanik gewinnen sie völlig neue klangliche Möglichkeiten und einen enorm erweiterten Tonumfang bis in die dritte Oktave hinein. Unsere Moderne Alt und die Helder-Blockflöten waren die ersten Modelle, die diesen Bautyp realisierten.

  1. Renaissance / Frühbarock: Kynseker
  2. Barock:Denner
  3. Harmonische Blockflöten: Moderne Sopran